Heiser gezwitschert
14
2009
haben wir uns nach nun einem Jahr Twittern noch lange nicht
Wie versprochen einige Gedanken über das “Corporate Twittering”, unseren Web 2.0 Auftritt allgemein und wie wir damit angefangen haben.
Was ist Twittern eigentlich? Karsten Sauer, der hier schon einige Male kommentiert hat, hat auf seinem Blog ein sehr gut gemachtes Twitter-Starterkit gepostet. Viele nützliche Infos für Twitter-Newbies.
Wie sollte meiner Meinung nach ein Unternehmen/Bank an das Twittern gehen? Es wird nun einige Male auch die Rede von Blogs sein. Twitter ist ein sog. Microblogging-Dienst und viele Sachen, die für Blogs gelten, gelten auch für Twitter.
Der erste Schritt ist für mich das Monitoring von Twitter und Blogs.
Laut dem Cluetrain Manifesto gilt: “Märkte sind Gespräche!”. Als Unternehmen möchte ich wissen, was über mich gesprochen, getwittert oder gebloggt wird (z. B. mittels als RSS-Feeds abonnierter Suchen nach Schlagwörtern wie bank, zinsen, kredit, raiffeisen, sparkasse, hypo, etc.) unabhängig davon, ob ich selber damit beginnen möchte oder nicht.
So kann ich auch schon mal in die Atmosphäre des Web 2.0 hineinschnuppern. Wie sind die Beiträge geschrieben? Ist eine gewisse Persönlichkeit spürbar? Was sind die Eigenheiten der einzelnen Dienste? usw.
Dieser Schritt hat bei mir ca. 1/2 bis 1 Jahr gedauert, in der Zwischenzeit habe ich ca. 200 Feeds im Feedreader.
Der zweiter Schritt sollte dann eine bewusste Entscheidung sein, ob ich mich mit dem Web 2.0 einlassen möchte oder nicht. Diese Entscheidung muss von oben kommen und die Geschäftsleitung muss auch dahinterstehen. Leser kommentieren auf einmal meine Beiträge, ich bekomme direktes Feedback auf das was ich blogge und twittere. Damit sollte ich umgehen können. “Märkte sind Gespräche!” habe ich schon mal weiter oben geschrieben. Wenn ich als Unternehmen nicht in diesen Märkten aktiv vertreten bin, kann ich nicht mitreden. Auch das ist ein Aspekt, den die Geschäftsleitung bedenken sollte.
Wer soll das Twittern/Bloggen übernehmen? Vertrauen von Seiten der Geschäftsleitung und das Verständnis, welche Inhalte transportiert werden soll, sind für mich zwei Basiselemente. Ich kann mir nicht vorstellen, jeden Tweet oder @reply zuerst abstimmen zu müssen, da geht imho der Sinn von Twitter verloren. Bei einem Blog kann das “Abnicken” von Beiträgen eher funktionieren, ist aber sicher auch nicht optimal. Der Faktor Zeit ist ebenfalls nicht zu unterschätzen! Idealerwiese sollten mehrere Mitarbeiter beteiligt sein, vielleicht für manche ein neuer spannender Weg zusätzlich zur “normalen” Arbeit auch etwas Anderes zu machen und ihre Sichtweise des Unternehmen einzubringen. Dass es gewisse Richtlinien geben muss, ist klar; am besten gefällt mir: “Handle nach bestem Wissen und Gewissen!”
Welches Konzept steckt hinter dem Web 2.0 Auftritt? Was will ich erreichen? Besseres Marketing, höhere Verkaufszahlen, Kommunikation mit den Kunden, Verbreitung von Links… es gibt viele mögliche Ziele.
Wir haben für uns entschieden, dass wir die Kommunikation und nicht das Marketing in den Vordergrund stellen möchten, speziell was Twitter und auch Facebook angelangt.
Twitter ist kein Einbahnkanal, wer nicht auf Anfragen antwortet oder selber nicht zurückfolgt, wird es schwer haben, das Unternehmen erfolgreich auf Twitter zu positionieren. Wenn ich am Marktplatz stehe, rund um mich sind Leute und ich brülle alle 5 Minuten: “Das beste Sparbuch gibt es bei der Raiffeisenbank Lustenau!” in die Menge, kommt das ja auch nicht gut an. Bei Twitter ist es ähnlich.
Think before you post! Eine der wichtigsten Regeln im Web 2.0 - das Internet hat ein sehr langes Gedächtnis und die Onlinereputation kann durch nicht durchdachte Posts oder Blogbeiträge schnell leiden.
Erst der dritte Schritt ist für mich das eigentliche Twittern und Bloggen. Hier gilt für mich: Sei einfach du! Authentizität siegt! Jeder hat seinen eigenen Stil und den sollte man auch im richtigen Maße einbringen dürfen.
Ob es uns und mir gelungen ist, diese Ansprüche zu erfüllen, können nur die Leser beurteilen. Das Gute am Web 2.0: Die Meinungen kommen nicht per Brief oder Fax, sondern öffentlich sichtbar z. B. gleich unten im Kommentarfeld. Ich freue mich darauf.
Kategorie: Über uns
1 Kommentar

3. August 2009, um 18:08 Uhr
[...] zu diskutieren, füllt ganze Bücher. Ich möchte in diesem Zusammenhang auf den Artikel “Heiser gezwitschert” verweisen, in dem ich versucht habe, einige Grundgedanken über das Thema Blogging und [...]